Étretat-Klippen
Bogen, Nadel und Kapelle
1h30 vom Ferienhaus entfernt ist Étretat eine der meistfotografierten Landschaften Frankreichs. Die vom Meer geformten weißen Kreideklippen — mit ihren natürlichen Bögen, der Nadel und der Kapelle auf dem Klippenrand — haben Monet, Maupassant und Courbet inspiriert. Sie lieferten Maurice Leblanc auch das Schauplatz für seinen berühmten Roman Die hohle Nadel, in dem Arsène Lupin hier einen uralten Schatz verbirgt. Das Schauspiel ist noch heute atemberaubend.
Die Klippen
La Falaise d’Aval (Süden) — die berühmteste. Die Porte d’Aval ist der große natürliche Bogen, der über dem Meer liegt, und dahinter ragt l’Aiguille — ein 70 Meter hoher Kreidepfeiler, allein in den Wellen stehend. Der Aufstieg oberhalb der Porte d’Aval bietet das ikonischste Panorama: den Bogen unten, die Nadel in der Ferne, den Kieselstrand und das Dorf im Hintergrund. Vom Strand ca. 30 Minuten.
La Falaise d’Amont (Norden) — ein Weg führt vom Strand zur Porte d’Amont, einem weiteren in die Klippe gehauenen Bogen, und zur Chapelle Notre-Dame de la Garde, die am Klippenrand thront. Im Inneren befinden sich maritime Votivgaben und ein Blick über das Dorf. Neben der Kapelle erinnert das Denkmal für Nungesser und Coli an die beiden Flieger, die 1927 beim Versuch einer Atlantiküberquerung verschwanden.
La Manneporte — der größte der Étretat-Bögen, nur bei Ebbe zu Fuß vom Strand unterhalb der Porte d’Aval oder per Kajak zugänglich. Seine kolossalen Ausmaße und seine Höhe (20 m) machen ihn zu einem Erlebnis für sich. Gezeitenzeiten vor dem Aufbruch prüfen.
Was noch unternehmen?
Die Jardins d’Étretat — die ehemalige Villa der Schauspielerin Thébault, zu einem zeitgenössischen Kunstgarten des russischen Landschaftsarchitekten Alexandre Grivko umgestaltet. Hoch über der Falaise d’Aval gelegen, bieten diese skulpturalen Gärten atemberaubende Ausblicke auf die Klippen und das Meer. Geöffnet April bis November. Kostenpflichtig, Voranmeldung in der Saison empfohlen.
Kajak und Bootstouren — die spektakulärste Art, die Bögen zu entdecken, ist vom Meer aus. Seekajak-Verleiher bieten im Sommer geführte Ausflüge unter den Bögen an. Ein unvergessliches Erlebnis, das Fotos ermöglicht, die vom Land aus nicht möglich sind.
Der Kieselstrand — Étretats Strand besteht aus glatten, vom Meer polierten Kieselsteinen, typisch für die Alabasterküste. Kein Sand, aber ideal zum Sonnenbaden mit den Klippen als Kulisse. Das Wasser ist kühl, das Schwimmen im Sommer beaufsichtigt.
Das Dorf — jenseits der Klippen lohnt sich ein Bummel durchs Ortszentrum. Die überdachten Markthallen aus dem 19. Jahrhundert, einige typische Gassen und Meeresfrüchte-Restaurants an der Strandpromenade bieten eine ideale Mittagspause vor oder nach der Wanderung.
Wann hingehen?
Früh morgens (vor 9 Uhr) — die beste Zeit, um Menschenmassen zu vermeiden und das Streiflicht auf den Klippen einzufangen. Im Sommer sind die Parkplätze ab 10 Uhr voll.
Frühling und Herbst — weniger Besucher, dramatischeres Licht, oft rauhe See (ideal für Fotos).
Wochentags im Juli–August — Étretat ist an Wochenenden sehr überlaufen. Ein Dienstag- oder Mittwochmorgen ist unvergleichlich angenehmer.
Meiden: Tage mit sehr hohem Wasserstand und Dünung — der Strand kann gefährlich sein und der Zugang zu den Bögen gesperrt.
Kostenpflichtiger Parkplatz in der Saison (5–10 € einplanen). Das Dorf ist vom Hauptparkplatz zu Fuß erreichbar. Der Klippenpfad ist nicht für Kinderwagen geeignet — besser eine Babytrage verwenden. Nicht an den Klippenrand herantreten: Steinschlag ist häufig und Abstürze sind tödlich.